Resonanzfreiheit

Die unbequeme Wahrheit

Viele HiFi-Hersteller propagieren für Ihre Produkte den Einsatz von Materialien oder Konstruktionen, die angeblich resonanzfrei seien.

Die Wahrheit ist: Es gibt keine Resonanzfreiheit.

Das ist physikalisches Gesetz. Der geneigte Leser informiere sich mit dem Suchbegriff „Schwingungslehre“ im www.

Ein markantes Beispiel hierzu ist dieser Versuch aus den frühen 1990er Jahren:
Testobjekt war damals ein beinahe 100 Kilogramm schwerer Plattenspieler, dessen Basis aus Granit allein schon 55 Kilogramm auf die Waage brachte. Senkte man nun die Nadel des Tonabnehmers in die Rille der LP und hörte die Granitbasis – bei ausgeschaltetem Verstärker! – mit einem Stethoskop ab, war die Musik einwandfrei zu hören, und zwar keineswegs als unidentifizierbarer Rest von Geräusch, sondern klar und deutlich. Jedes Wort war zu verstehen, jeder Ton klar zu erkennen.

Das heißt nichts anderes, als dass schon die winzige, mikroskopisch kleine Auslenkung der Nadel genügt, um 100 Kilo in Schwingung zu versetzen. Dies änderte sich auch dann nicht, wenn man 1000 Kilo oder 100.000 Kilo Material einsetzen würde.

Sicher können Sie sich vorstellen, dass beispielsweise die Schwingungsanregung durch ein Lautsprecherchassis auf ein Lautsprechergehäuse um Zehner-Potenzen höher ist. Ebenso leicht vorstellbar ist auch, dass die üblichen Massen der Gehäuse gegen eine solche Anregung wohl nur sehr wenig ausrichten können. Und gar zu behaupten, ein Lautsprechergehäuse – so massiv es auch immer gebaut sein mag – sei resonanzfrei, ist völlig illusorisch. Ganz ähnliche Verhältnisse gelten übrigens für die Schwingungsanregung durch Luftschall, der ebenfalls unvermeidbar ist.

Viele Hersteller denken nun: Wenn sich die Resonanzen schon nicht völlig vermeiden lassen, dann kann man sie ja wenigstens dämpfen – und da hilft viel Masse viel …

Zugegeben, diese Aussage ist nicht völlig falsch. Gern übersehen wird aber, dass Masse Energie speichert. Die Schwingungen werden zwar in der Amplitude gemindert (bedämpft), dauern dafür aber aufgrund der Speichereigenschaft von Masse länger an, als würde man wenig Masse verwenden. Das Resultat schwerer Gehäuse ist in der Praxis ein bedämpfter, regelrecht dumpfer Klang.

Der beste Weg ist ein gelungener Kompromiss: Einerseits sollen die Schwingungen gedämpft werden, andererseits sollen sie schnell abklingen.

DYNAMIKKS! verwendet eine relativ geringe Materialstärke, die aber an strategischen Stellen versteift ist – wobei diese Versteifungen nicht der Bedämpfung dienen, sondern der Aufteilung von großen Flächen in kleinere; eine geschickte Verteilung der Versteifungen sorgt dafür, dass die unterschiedlich großen Flächen auf unterschiedlichen Frequenzen schwingen. 

Dies wiederum hat zur Folge, dass unterschiedliche Frequenzen unterschiedliche Teilflächen anregen, nie aber das ganze Gehäuse oder große Einzelflächen.

Eine relativ geringe Materialstärke sorgt für schnelles Abklingen der Schwingungen. Ein definierter, klarer Klang ist die Folge.

Die Kunst des Lautsprechergehäusebaus besteht darin, einen gelungenen Kompromiss zu finden aus a) angeregten Frequenzen, b) möglichst geringer Amplitude und c) möglichst schnellem Abklingen der Schwingungen. Die Optimierung auf nur einen einzelnen dieser Parameter führt, wie wir in unzähligen Versuchen herausfanden, zu einem schlechten Gesamtergebnis.

Nach unseren Erkenntnissen gefertigte Gehäuse sind aufwendig und teuer. Zudem sind viele Prototypen notwendig, um ein gutes Lautsprechergehäuse zu entwickeln. Dieser Aufwand ist üblicherweise deutlich höher als der „elektrische Aufwand“, also Chassisauswahl und Frequenzweichenabstimmung. Fehler beim Gehäuse können durch Weichenabstimmung nicht korrigiert werden. 

Wer DYNAMIKKS!-Lautsprecher hört, darf sich über einen lebendigen und musikalischen Klang freuen, der nicht zuletzt auch Folge von Gehäusekonstruktion und Materialwahl ist.